Eine neue Studie der Deutschen Bank sorgt für Aufregung unter den US-Finanzhäusern. Denn die deutschen Analysten stellen die bisherigen Gewinnprognosen der Konkurrenz unter starken Vorbehalt. Mehr noch: Man rechnet damit, dass die aktuellen Schätzungen um bis zu einem Drittel gekürzt werden müssen.
Den Rahmen für solch ein negatives Szenario bietet der Zustand der US-Wirtschaft. Denn die aktuellen Prognosen basieren auf Wachstumswerten der Volkswirtschaft, die angesichts der jüngsten BIP-Zahlen keinesfalls erreicht werden dürften. So ging der Markt bislang von der Basis aus, dass die Wirtschaft um mindestens 3% jährlich zulegen kann. Im 2. Quartal wuchs die US-Wirtschaft aber nur um vorläufige 1,3%, für das 1. Quartal wurde sogar der Wert auf 0,4% herunterrevidiert.
Wen soll es nun am meisten treffen? Für die Bank of America und einige Regionalbanken dürfte nach Ansicht der Analysten das Risiko am höchsten für ein niedrigeres Gewinnwachstum sein. So sieht man bei der BoA im kommenden Jahr nur einen Gewinn je Aktie von 47 Cents, während der aktuelle Marktkonsens noch von über 1,50 Dollar ausgeht. Ähnliche Diskrepanzen werden auch für die Citigroup und JPMorgan Chase genannt. Bei Letzterer rechnet die Deutsche Bank mit einem Ergebnis, das rund 30% unter den aktuellen Prognosen liegt, bei der Citigroup sogar um 40%.
Nur für wenige Banken sehen die Analysten dagegen weiterhin belastbare Schätzungen. Darunter auch unsere einzige Bank-Empfehlung Wells Fargo, für die im kommenden Jahr ein Gewinn je Aktie von 0,74 Dollar erwartet wird. Entsprechend konnte sich die Aktie in den letzten drei Monaten im Rahmen ihrer Peer-Group auch mit am besten schlagen. Natürlich sind die Risiken unverkennbar, dass Well Fargo bzw. deren Aktienwert von den Entwicklungen im Branchenumfeld belastet werden. Doch noch halten wir es für vertretbar, investiert zu bleiben.

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